
musiça electronica com sabor do Brasil 5.7.Auf Brazilution 5.7 zeigt Arndt Kielstrøpp auf beeindruckende Weise das breite Spektrum der brasilianischen Musik auf und beweist einmal mehr sein goldenes Händchen bei der Zusammenstellung einer höchst unterhaltsamen Compilation. Von jungen, erfolgreichen Sängerinnen wie Sabrina Malheiros und Céu zu Altmeistern wie Arthur Verocai und Marcos Valle, von brasilianischen Künstlern wie Toco und Yorio Da Costa zu amerikanischen Künstlern wie DJ Day und Soul Queen Trizenna McClendon, von spannenden Projekten aus Deutschland bis nach Italien, Holland und England reicht das Angebot. Die versammelten Titel stammen aus drei Jahrzehnten und fügen sich nahtlos aneinander, bis hin zu den brandaktuellen, exklusiven Beiträgen von Ian Pooley, Yorio Da Costa, Justin, Moodorama, Janice Andrade, Simao feat. Ygon Alves, Frida Rica & Daniel Arruda, FunkeLakeBosa und Mulherengo. Auf “Brazilution 5.7” verbinden sich traditionelle Arrangements und moderne elektronische Produktionen, tanzbare Tracks und zart schmelzende Balladen, wunderbare Gesangsnummern und jazzig-leichte Instrumentalstücke zu einem Hörererlebnis, das für große Wärme und einen beschleunigten Pulsschlag sorgt.
Anzeige CD1 eröffnet mit einer lässigen, perkussiven Latin-House-Nummer des Hamburger DJ/Produzenten Aaron Bingle, der uns gleich zu Anfang den Sommer ins Herz zaubert. Im Anschluss verdeutlicht die episch-cinematische Fusion “Gala” des Londoner Duos Bossa Futura die große Bandbreite der 27 Titel umfassenden Compilation. Dann folgt ein echter Geniestreich, denn wer einmal die Melodie von „La Felicita“ gehört hat, vergisst sie nie. Geschrieben hat den Song übrigens 1975 der italienische Komponist Franco Godi für die legendäre Zeichentrickfilmserie über Signor Rossi, einen kleinen, einfachen Industriearbeiter, der sich das Leben leicht machen möchte. Der 59-jährige brasilianische Sänger und Gitarrist Yorio Da Costa, der zuletzt u.a. als Studiomusiker auf der Cicero-CD „Männersachen“ glänzte, bringt mit „Suburbios Da Central“ eine wunderschöne Ballade dar. Mit dem 64-jährigen Arthur Verocai folgt einer der einflussreichsten brasilianischen Musiker, der mit “Amor Na Contra Mao“ von seinem 2007er Album „Encore“ eine typische Bossa Ballade zum Besten gibt. Mit Marcos Valle tritt der nächste Altmeister auf, dessen „Nova Bossa Nova“ vom gleichnamigen 1998er Album stammt und von den Sorgen und Nöten des modernen Lebens erzählt.
Nachdem sich Ian Pooley vor einem Jahr mit seinem Album “In Other Words” eindrucksvoll zurück gemeldet hat, präsentiert er hier mit „Beijoca“ einen exklusiven Track, der geschickt traditionelles Songwriting mit dezenten elektronischen Einflüssen kreuzt. Der Amsterdamer DJ/Produzent DJ Graham B nimmt den elektronischen Faden auf und liefert in „It’s Alright“ vom 2009er Album „No Room For Chairs“ (eine Verbeugung vor Hank Mobley) einen wilden Stilmix mit zahlreichen Tempowechseln. Das von funky Percussion, Latino-Rhythmen und flockigem Samba-Gefühl beherrschte "A Place To Go" stammt aus der Feder des kalifornischen Produzenten DJ Day, zu dessen Fans u.a. Gilles Peterson und Jazzy Jeff gehören. Einen schönen Stimmungswechsel vollzieht dann Sabrina Malhheiros, die 29-jährige Tochter des Azymuth-Bassisten Alex Malheiros, die schon als 19-jährige Sängerin für United Future Organisation ihre erste Meriten erwarb. Seit ihrem Debütalbum „Equilibria“ von 2005 gilt sie als eine der erfolgreichsten brasilianischen Sängerinnen. Der Compilation-Titel „Nova Estação“ stammt von ihrem dritten Album „New Morning“ (2008).
Das italienische Project Crescenti profitiert von der wunderbaren Sängerin Rosa Morena Russa und gewinnt zusätzliche Power durch den Cortes Original Mix. Von Rosalia Souza’s zweitem, von Roberto Menescal produziertem Album “Brasil Precisa Balancar“ (Schema, 2006) stammt das Duett „Que Bandiera“ mit Marcos Valle. Die in Rio de Janeiro geborene Sängerin lebt in Rom, wo sie u.a. durch ihre Zusammenarbeit mit Nicola Conte für Aufsehen sorgt. Nach Justin’s luftig-leichtem Instrumentalstück „Pequena Borboleta“ folgt mit Azymuth’s „Vôo Sobre O Horizonte“ ein weiteres Highlight. Der Titel stammt von ihrem legendären 1977er Album „Águia Não Come Mosca“ und fesselt durch das endlos wiederholte, sanft gehauchte „Dabadap, dabada“ über langgezogene, nur leicht varierte Keyboard-Sounds und einen tiefen Slow-Motion Bass.
CD2 eröffnet mit dem beschwingten „Maracatu Mixtura“ von Janice Andrade, bevor die in Chicago geborene Sängerin Trizonna McClendon mit „Trizonna“ eine wunderschöne NuSoul-Performance abliefert, die sich auch durch ein zauberhaftes Querflöten-Arrangement auszeichnet. Einen echten Gute-Laune-Titel liefern dann Simao feat. Ygon Alves mit „Chuva“. Seine Klasse bei der Zusammenstellung der Compilation stellt Arndt Kielstropp einmal mehr mit dem geschickt eingestreuten Tosca-Hit „Heidi Brühl“ von deren 2005er Album „J.a.C.“ unter Beweis. Als Nächstes präsentiert er mit FunkLakeBosa ein hoch interessantes Projekt aus Hannover, die mit ihrem NuJazz/Fusion-Sound zu überzeugen wissen.
Vom Album „Luz Y Sombra“ (Schema, 2007) stammt mit „„Beira do Mar“ einer der wichtigsten und sehr tanzbaren Titel von S-Tone Inc, ein Projekt des Mailänders Stefano Tirone. Neben dem treibenden Sound überzeugt vor allem Sänger Daniel de Moura. Die in Brasilien geborene und in London lebende Sängerin Susana Montero alias Malena gilt als eine der besten UK Salsa Sängerin und hat sich zuletzt als Latin-House Queen einen Namen gemacht. Ihr „No Llores Mas“ knüpft als heißer Sommer-House-Track an Produktionen von Masters At Work und Los Amigos Invisibles an. Etwas kühler, aber genauso treibend, schließt „Mucho Grande“ von Moodorama an. Im cinematisch anmutenden Arrangement ragen besonders die Orgel-Sequenzen und Breaks heraus. Toco’s„ Instalaçao do Samba” stammt von seinem 2004er Album (produziert von Stefano Tirone) und führt einmal mehr vor Augen, dass die brasilianischen Samba- und Bossa-Sounds unvergleichlich einschmeicheld in den Ohren klingen. Ein Sänger, ein paar Gitarrenakkorde und einige Pianoläufe genügen, um den Zuckerhut zum Schmelzen zu bringen.
Mit Céu und Maria Rita folgen zwei der kommerziell erfolgreichsten und renommiertesten jungen Sängerinnen Brasiliens. Céu’s “O Ronco Da Cuica” stammt vom gleichnamigen 2007er Debütalbum der 29-jährigen Brasilianerin aus Sao Paulo. Sie erhielt eine Latin-Grammy-Nominierung als “Best New Artist 2006“ und eine Grammy-Nominierung in der Kategorie "Best Contemporary World Music Album 2007“. Von gleichem Kaliber ist Maria Rita, die 2004 mit dem Latin-Grammy in der Kategorie „Revelation of the Year“ ausgezeichnet wurde. Ihr Titel „Tá Perdoado“ stammt von ihrem Album „Samba Meu“, das ihr den "Best CD Award“ bei den „Brazilian Music Awards 2007“ eintrug und ihren dritten Latin Grammy Latino als "Best Samba Album" bescherte. Während Maria Ritas Arrangement sehr traditionsverbunden ist, beweist Céu auf eindrucksvolle Weise, wie wandlungsfähig und attraktiv die zeitgenössischen brasilianischen Produktionen sein können.
Ähnlich unterschiedlich sind auch die Titel “Lucia” von Mulherengo und “Corcovado” von Frida Rica & Daniel Arruda, die das Paket auf CD2 abrunden. Während “Lucia” als coole Mid-Tempo Tanznummer daher kommt, verströmt “Corcovado” einmal mehr den großen Bossa-Zauber mit einer charmanten Patina.
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