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Plushgun
Pins and Panzers

Es gibt Alben, die sind wie eine Party in der Plastikbox: Rein in die Stereoanlage, und man weiß sofort, dass absolut nichts mehr schief gehen kann. Plushgun’s “Pins and Panzers” knallt in den Raum, pustet die Räucherstäbchen aus, gibt dir ein Bier in die Hand und befiehlt deinem Hintern zu wackeln. Die mal blubbernden, mal pumpenden Synthies bilden die perfekte Folie für Daniel Ingalas ebenso sensible wie gewitzte Lyrics. Sound und Gesang formen sich zum süchtig machenden Indie-Pop mit einer bittersüßen Note, die große Popmusik seit jeher auszeichnet. US Presse und Online-Magazine sind sich einig und loben das Album in den höchsten Tönen wie “infectious pop melodies” (Paste Magazin), “highly energized indie pop” (Amplifier Magazin), “gleefully poppy” (mog.com) oder “infectious pop joy” (popmatters.com).
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Plushgun ist das geniale Baby des 25-jährigen Daniel Ingala (Lead Vocals, Keyboards, Gitarre), der in seinem chaotischen, total überfüllten und völlig unterdimensionierten Mini-Appartment in Brooklyn’s Künstlerviertel Williamsburg nächtelang an seinem Powerbook frickelte, um endlich das große Ding zu landen. Eigentlich hatte der aus einer Kleinstadt bei Boston stammende Daniel sein Leben ganz anders geplant: „Ich wollte brav mein Studium in Politikwissenschaften an der New York Universität zu Ende bringen, um später für die Regierung zu arbeiten. Allerdings wurden diese Pläne von einem Mädchen, für das ich einen Song geschrieben habe, durchkreuzt. So entflammte auch meine Leidenschaft für die Musik aufs Neue und mir war klar, dass ich es mir den Rest meines Lebens vorwerfen würde, wenn ich es nicht wenigstens mal mit der Musik versuchen würde.“
Nachdem er 2007 seinen ersten Song “Just Impolite” auf seine MySpace-Seite gestellt hatte, nahm das Projekt genau die Entwicklung, an die er zwar tief in seinem Innern geglaubt hatte, von deren Wucht er dann aber selbst überrascht wurde: „Ich war zwar ziemlich stolz auf den Song als ich ihn online gestellt habe, aber viel mehr Material hatte ich bis dahin nicht. Trotzdem interessierten sich die Leute für die Musik und die Bekanntheit des Songs stieg über einen kurzen Zeitraum immer weiter an.“ Was nicht auch zuletzt daran lag, dass der erste aller Plushgun-Songs in der Web-TV-Soap “We Need Girlfriends” auftauchte und sich auch bald auf Platz 1 des Alternative Rock Channels auf Ourstage.com wiederfand. Als Ingala nach all dem Hype bereit war, das Experiment auch live auf die Bühne zu bringen, rekrutierte er kurzerhand seine Freunde Taylor Armstrong (Gitarre) und Matt Bogdanow (Schlagzeug) als Bandmitglieder. Seitdem ist Plushgun ständig auf Tour und begeistert die Fans aktuell in Städten wie New York, Philadelphia, Montreal, Toronto, Madrid, Barcelona und Valencia.
Daniel Ingala versteht sein Plushgun-Projekt als Gesamtkunstwerk. So wurde das Artwork zum Debütalbum von Patrick Smith (www.blendfilms.com) designt. Damit ist “Pins and Panzers” nach zwei EPs auf dem amerikanischen Markt bereits der dritte Plushgun-Release. Auch das trashige Video zu “Just Impolite” (1.200.000 Aufrufe bei MySpace) ist ein optischer Leckerbissen. Unter der Regie von Tyler Shields übernahmen Stars wie Juno Temple (“Atonement”) und Brittany Snow (“Hairspray”) die Hauptrollen.
“Pins and Panzers“ ist eine Ansammlung von ansteckenden, synthie-beflügelten Indiepop-Juwelen, die sich sofort im Ohr festsetzen. Die Songs variieren zwischen einer tief gründenden Sensibilität, dem fast schon verzweifelten Versuch, seiner verlorenen Liebe hinterher zu jagen und einer grandiosen Selbstinszenierung. Seine Wurzeln sieht Daniel im Sound der späten 80er und frühen 90er: „Beeinflusst wurde ich unter anderem von der Musik, die ich gehört habe als ich jünger war. Bei Bands wie OMD, New Order, Pulp, und When In Rome komme ich schon ein wenig ins Schwelgen.“ So sehr man das seinen Songs anmerkt, so wenig kann er ein Schmunzeln verbergen. „Mit der Zeit habe ich natürlich einen ‚reiferen’ Musikgeschmack entwickelt und bin bei Bands wie Weezer oder Nirvana gelandet. Ich denke, die Kombination dieser beiden Ären der Musikgeschichte führt letztendlich zu der Musik, die ich jetzt mache, zu den Songs von Plushgun.“ Und die stecken voll fröhlicher, stakkatoartiger Sounds, die perfekt auf die jeweilige Bassdrum abgestimmt sind. Samples von Xylofon oder elektronischen Streichern tragen die Songs immer wieder in euphorische Höhen, stellen aber auch eine ironische Distanz zu den oft melancholischen Texten her. Daniel Ingala trifft dabei für jede Stimmung den richtigen Ton. Er beschwört glückliche Momente herauf, nur um kurz darauf wieder in bodenlose Traurigkeit zu verfallen.
Das Album beginnt mit zwei Indietronica-Songs, in denen Ingala seine Highschool-Erfahrungen verarbeitet. Während “Dancing on a Minefield” zwischen verräterisch sanften Streichern bedrohliche Szenarien heraufbeschwört, ist “How We Roll” ein extrem eingängiger Party-Track, der das Leben als High-School-Rebell besingt, sich als Instant-Floorfiller und kommender Sommerhit aufdrängt und mit einigen augenzwinkernden, cheesy Clubsounds für prächtige Unterhaltung sorgt.
Daran schließt sich der MySpace- und YouTube-Hit “Just Impolite” an. Schwankend, zwischen Sehnsucht und provozierender Aufsässigkeit, singt Ingala von seinen Seelenqualen: “I like you / maybe I'm just like you / holding on to something that we know we cannot hold / … / I called your line too many times / I'm not obsessed, just impolite.”
“A Crush to Pass the Time” ist nicht nur ein exzellenter Songtitel, sondern bringt auch eine ganze Menge Spaß. Das Arrangement liefert den atmosphärischen Hintergrund, vor dem sich Ingalas New-Wave-inspirierte Stimme voll entfalten kann. Passend zum sarkastischen Titel singt Ingala „you know, I never make a move / but that’s ok / so you’re crying from a broken heart / but that’s ok / but I still hold you close today.“ Während auf dem gesamten Album introspektive Momenten mit Phasen voll überschäumendem Elan wechseln, vereint "The Dark In You" diese Elemente in einem einzigen Song. Klingen die einzelnen Strophen noch reduziert-melancholisch, nimmt der Chorus fast schon aggressive Züge an.
Als einer der Höhepunkte des Albums entwickelt sich der Pop-Folk-Traum "Let Me Kiss You (And I'll Fade Away)" zu einem Wendepunkt des Albums. Fröhliche Vocals, Ukulele-Sounds, Banjo-Riffs und rhythmisierte Claps zaubern ein Lächeln auf die Lippen – solange jedenfalls, bis man genauer auf die Lyrics achtet. Ingala besingt hier eine Liebe, die auf unmerkliche Weise verloren gegangen ist und die er sich für einen einzigen Moment zurück sehnt: “All my memories are just a single frame / and if we could take a picture, of just one more day / let it be today / and maybe I’ll say / let me kiss you now, and I’ll fade away.” Die abschließende Ballade "An Aria" betont nochmals den Tiefgang des Albums und schmiegt sich so bedächtig, wie bezaubernd in die Gehörgänge. Ein Zeitlupenbeat akzentuiert perlende Pianoläufe, während die anschwellenden Streicher den Hörer mehr und mehr in den Song hineinziehen.
Mit eingängigen Melodien, federleichter Instrumentierung, dezent elektronischen Einschlägen und Ingalas einprägsamem Gesang nistet sich das Album schnell in den Herzen der Hörer ein und berührt diese wie wohl kein anderes.
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[ DM ]
     [25.05.2009]
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